Motorsport
WTCC: Huff trotzt den Elementen - und verbessert seine WM-Chancen beträchtlich
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Die vierte Veranstaltung der Tourenwagen-WM in Pau wurde zur erwarteten Wetter-Lotterie. Das erste Rennen auf dem engen Stadtkurs am Fuße der Pyrenäen fand bei strahlendem Sonnenschein statt; kurz vor Beginn des zweiten Laufs begann es dann heftig zu regnen, die Strecke wurde komplett überflutet.
Das Chevrolet Werksteam hatte für die beiden Wetter-Extreme die richtige Abstimmung parat. Rob Huff machte das Beste aus den schwierigen Bedingungen und verbesserte seine Ausgangslage in der WM-Gesamtwertung erheblich. Er stockte sein Punktekonto mit den Plätzen 4 und 5 auf 27 Zähler auf und hat jetzt nur noch 18 Punkte Rückstand auf Tabellenführer Gabriele Tarquini.
Im ersten Rennen kämpfte Huff über die gesamte Distanz mit Tarquini, sodass er ihn in der letzten Runde in einen Fehler hetzte und Platz 4 übernahm. „Überholen ist in Pau nicht einfach“, rapportierte der 29-jährige Brite. „Man muss ziemlich viel Risiko eingehen, wenn man sich einen Platz erkämpfen will. Das wollte ich aber gerade im ersten Lauf nicht unbedingt. Deswegen habe ich Tarquini zwar hart verfolgt, aber nicht richtig zu einer Attacke angesetzt. Zum Glück geriet er dann kurz vor Schluss in einer Kurve zu weit nach außen, und ich konnte innen durchschlüpfen.“
Im zweiten Lauf kam Huff zwar nicht an Tarquini heran, konnte aber immerhin Augusto Farfus hinter sich halten – der hatte nicht nur das leichteste Auto aus der Spitzengruppe, sondern damit auch Lauf 1 souverän gewonnen. „Zwischendurch hatte ich mal das Gefühl, als käme Farfus ziemlich nah ran“, beschrieb Huff sein Regenrennen. „Gleichzeitig waren die Bedingungen unglaublich schwierig. Auf den vielen Fahrbahnmarkierungen kamen abwechselnd die Vorder- und die Hinterachse ins Rutschen. Ich glaube, hier gibt es mehr weiße Linien als auf allen anderen Strecken, auf denen wir fahren, zusammen. Insgesamt ist meine Taktik für dieses Wochenende gut aufgegangen, ich habe das Meiste aus meiner Gewichtssituation gemacht.“
Nicola Larini erarbeitete sich im ersten Durchgang vor Weltmeister Andy Priaulx die siebte Position. Damit startete er Rennen 2 aus der ersten Reihe. „Priaulx ist ein starkes Rennen gefahren, gegen ihn hatte ich keine Chance“, bekannte Larini.
Aber mit einer kampfstarken Leistung hielt er Rickard Rydell hinter sich. Larini wurde Zweiter und verbesserte sich in der WM-Gesamtwertung mit 19 Punkten auf die achte Stelle. Auf seiner Fahrt zum zweiten Rang musste der Italiener eine Schrecksekunde überstehen: „Einmal verlor ich kurz die Konzentration, als ich über Funk mit meinem Team sprach“, gestand Larini. „Deswegen trat ich zu spät auf die Bremsen und schlitterte auf dem nassen Asphalt geradeaus. Rydell wäre dadurch um Haaresbreite in eine Position gekommen, mich zu überholen. Das konnte ich gerade eben noch verhindern.“
Weniger glücklich verlief das Wochenende für Alain Menu. Nach seinem Ausrutscher in der Qualifikation blieb er im ersten Durchgang hinter Priaulx und Jörg Müller hängen. „Ich habe alles versucht und bis zuletzt darauf gehofft, irgendwie vorbeizukommen und mir so die Pole für Lauf 2 zu sichern. Ich war ja auch ganz knapp an den beiden dran – aber ich fand keine Lücke, die ich zum Ansetzen eines Überholmanövers hätte nutzen können“, ärgerte sich der Genfer. „Das war das typische Schicksal, wenn man auf einem Stadtkurs im Mittelfeld losfahren muss.“
Im zweiten Lauf knöpfte Menu gleich am Anfang Müller eine Position ab. Er fuhr bereits auf Punktekurs. Dann rutschte er im Nassen über einen Randstein in die Streckenbegrenzung. „Dabei ist mein linkes Vorderrad abgeknickt und die Lenkung kaputtgegangen. Das war schade, denn im Regen hatte ich mir einiges vorgenommen.“
Chevrolet Rennleiter Eric Nève bilanzierte: „Wir haben zwar keinen Laufsieg mitnehmen können, aber das Wochenende war trotzdem sehr gut für uns. Nicola Larini hat im Regen ein starkes Rennen gefahren. Rob Huff zeigte, dass er sich inzwischen auch in der Qualifikation sehr gesteigert hat. Er fuhr zwei kluge Rennen mit einer sehr guten Ausbeute. Leider ist es für Alain Menu nicht so gut gelaufen – aber dafür wird er beim nächsten Durchgang in Brünn mit wenig Platzierungsgewicht fahren können.“
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