Motorsport
Jubiläum bei dreifachem Heimrennen auf britischer Traditionsstrecke
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Die zweite Halbzeit der Tourenwagen-WM (FIA WTCC) beginnt für das Chevrolet Werksteam mit einem Heimspiel in dreifacher Hinsicht. Zum einzigen Mal in diesem Jahr startet das Trio in England – auf der ehemaligen Formel 1- und ChampCar-Strecke Brands Hatch in der Grafschaft Kent, südlich von London. Das Team, das die drei Lacetti für Chevrolet vorbereitet und einsetzt, stammt aus Wellingborough in der Nähe von Buckingham in England – Ray Mallock Limited.
Auch für zwei Fahrer ist Brands Hatch ein Heimspiel. Rob Huff wohnt in Newmarket in der Nähe von Cambridge und genießt als Engländer Heimrecht. Und Alain Menu fuhr zehn Jahre lang in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft und legte davor den Grundstein für seine Karriere in der Britischen Formel Ford und der dortigen Formel 3. „In Sachen Motorsport bin ich quasi ein Brite“, lächelt der 44-jährige Genfer.
Huff bestreitet am Wochenende in Brands Hatch sein 100. Tourenwagen-Rennen. „Da wäre es natürlich klasse, das mit einem Sieg feiern zu können“, sagt Huff. „Schließlich habe ich in Brands Hatch im Jahr 2004 mein erstes Tourenwagen-Rennen überhaupt habe gewinnen können.“ Damals noch in der Britischen Meisterschaft – allerdings auch schon im Team von Ray Mallock.
Das hohe Zusatzgewicht von 46 Kilogramm lässt Huff realistisch vorausblicken. „Brands Hatch ist eine jener Strecken, auf denen das Gewicht besonders schmerzt“, verweist Huff auf den speziellen Charakter der Berg- und Talbahn. „Ein Sieg wird da sehr schwer sein. Wenn ich, wie zuletzt in Estoril, acht oder neun Punkte mitnehmen könnte, wäre das schon viel wert.“
Menu liegt die Strecke im Grünen. Er gewann dort in den letzten beiden Jahren jeweils ein Rennen. „Brands Hatch ist noch eine Fahrer-Strecke nach altem Schrot und Korn – hier kommt es wirklich auf die Fahrer an“, weiß der Schweizer. „Ich habe nur 23 Kilogramm Gewicht an Bord. Damit bin ich gut aufgestellt. Ich hoffe, dass ich meine Sieges-Serie aufrecht erhalten kann.“
Nicola Larini ist skeptisch, weil er nach seinem erfolgreichen Estoril-Wochenende mit 50 Kilogramm Platzierungsgewicht ausrücken muss. „Natürlich bin ich top-motiviert, weil es zuletzt so gut lief und wir jetzt auf die Heimstrecke unseres Teams kommen“, sagt der Italiener. „Aber mit 50 Kilogramm bin ich nicht in der besten Ausgangslage, mein Resultat von Estoril überbieten zu können. So schwer wie meiner war in diesem Jahr noch kein Lacetti. Am liebsten wäre mir eingedenk der Gewichtssituation natürlich, wenn es regnen würde.“
Zwischen Estoril und Brands Hatch testete Alain Menu zwei Tage lang im walisischen Pembrey. „Wir haben sehr viel an der Abstimmung gearbeitet und weitere Details verfeinert“, berichtet RML-Teammanager Mark Busfield. „Nach dem Test sind wir sehr zuversichtlich. Darüberhinaus haben wir auch eruiert, warum die Sache mit Menus Feuerlöscher in Estoril passieren konnte. Nach Untersuchungen mit dem Hersteller kam raus, dass eine Dichtung kaputt war. Schon in Pembrey fuhren wir mit einem anderen System; das werden wir auch für den Rest des Jahres so beibehalten.“
Chevrolet Rennleiter Eric Nève gibt für Brands Hatch eine klare Marschroute aus: „Wir erwarten ein gutes Resultat von Alain Menu. Die Strecke liegt ihm, und die Strecke liegt unserem Auto. Ich hoffe, dass er den Hattrick schaffen kann. Für Rob Huff kommt es darauf an, möglichst viele Punkte zu holen, um in der WM weiter dran zu bleiben. Und Nicola Larini und seine Ingenieure müssen schauen, dass sie ein gutes Set-Up für das hohe Gewicht treffen.“
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