Formel 1
GP Kanada, Bmw Sauber F1 Team: Vorschau
|
|
Der Circuit Gilles Villeneuve in Montréal wird zwar auch unter der Bezeichnung Stadtkurs gehandelt, doch der Unterschied zu den Straßen von Monaco könnte größer kaum sein. Wenn die Formel 1 am 8. Juni zum Großen Preis von Kanada antritt, sind die monegassischen Zusatzflügel an den Fahrzeugen sämtlich verschwunden. Der malerisch gelegene Kurs auf der Insel im gewaltigen Sankt-Lorenz-Strom ist zwar auch keine permanente Rennstrecke, aber ordentlich schnell. Zugunsten der Geschwindigkeit auf den Geraden wird die Aerodynamik auf relativ geringen Abtrieb ausgelegt.
2007 hatte Nick Heidfeld in Kanada den ersten zweiten Platz für das junge BMW Sauber F1 Team geholt, Robert Kubica hat als Zweiter von Monaco gerade den jüngsten Podestplatz für die Mannschaft herausgefahren. Insgesamt stehen nun vier dritte und vier zweite Plätze zu Buche, in der laufenden Saison stand in den ersten sechs Rennen vier Mal einer der beiden Fahrer auf dem Podium.
Natürlich erinnert sich jeder im Team an die zermürbenden Momente nach Kubicas fürchterlichem Unfall im Vorjahr und an die enorme Erleichterung, dass er ihn dank hervorragender Sicherheitstechnologie nahezu unversehrt überstanden hat. Für den Grand Prix 2008 wünscht sich das BMW Sauber F1 Team eine erneut starke, aber weniger Nerven zehrende Vorstellung.
Nick Heidfeld:
„Der Große Preis von Kanada war im vergangenen Jahr ein ganz besonderes Rennen für mich. Wir waren dort 2007 extrem stark. Ich war im Qualifying Dritter und bin im Rennen aus eigener Kraft Zweiter geworden. Dieses Ergebnis wurde natürlich erstmal überschattet von Roberts Unfall. Erst, als wir wussten, dass er in Ordnung ist, konnten wir uns so richtig freuen.
Ich hoffe natürlich sehr, dass ich diesmal im Qualifying gut abschneide. Zusammen mit den Ingenieuren arbeite ich daran, die Reifen wieder schnell genug in das Temperaturfenster zu bekommen, in dem sie richtig Grip aufbauen. Auf jeden Fall gehört das Rennen in Montréal zu meinen Favoriten. Ich mag die Stadt, die Stimmung und die Rennstrecke. Der Kurs ist sehr schnell, er besteht hauptsächlich aus Schikanen und Geraden. Wir fahren dort mit relativ wenig Abtrieb, die Bremsen werden extrem hart beansprucht.“
Robert Kubica:
“Ich freue mich auf das nächste Rennen in Montréal. Es ist ein besonderer Grand Prix, die Stadt ist sehr schön, und die Fans sind wirklich enthusiastisch dort. Die ganze Stadt lebt die Formel 1 an diesem Wochenende.
Die Rennstrecke in Montréal hat einen komplett anderen Charakter als der Kurs in Monaco, wo wir gerade waren. In Kanada fährt man mit relativ wenig Abtrieb. Mir gefällt der Kurs, weil man häufig hart bremsen und beschleunigen muss, das ist wie Stop-and-Go-Verkehr. Um aus den langsamen Kurven perfekt herauszukommen, ist eine gute Traktion sehr wichtig. Zu Beginn des Rennwochenendes muss man allgemein vorsichtig sein, weil der Belag dann noch sehr wenig Haftung bietet, der Kurs ist ja keine permanente Rennstrecke. Obwohl ich in Montréal 2007 einen sehr heftigen Unfall hatte, ist das einer meiner Lieblingskurse.“
Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
„An den Großen Preis von Kanada 2007 haben wir ganz spezielle Erinnerungen. Robert hat dort einen fürchterlichen Unfall nahezu unbeschadet überstanden. Nick hat als Zweiter das bis dahin beste Ergebnis für unser Team eingefahren. Damals habe ich von einem gefühlten Doppelsieg gesprochen.
Wir kommen gern nach Montréal: Der Kurs ist fahrerisch und technisch anspruchsvoll. Die langen Geraden verlangen den Motoren alles ab. Keine andere Strecke belastet die Bremsen so stark wie diese.
Auch atmosphärisch ist dieses Rennen ein Höhepunkt. Der Circuit Gilles Villeneuve besticht durch seine Insel-Lage im Sankt-Lorenz-Strom. Die Menschen begeistern sich für die Formel 1, das Leben in der Innenstadt pulsiert während des Rennwochenendes regelrecht. Auch der Anteil an BMW Fans ist traditionell hoch.
Kanada ist für die BMW Group ein wichtiger Markt. Ohne den Großen Preis der USA gibt es leider in diesem Jahr kein Doppelpack in Nordamerika. Wir wollen in Montreal an unsere gute Vorstellung in Monaco anknüpfen.“
Willy Rampf, Technischer Direktor:
„Die Kombination von langen Geraden und Schikanen macht den Kurs von Montréal zu einer so genannten ‚Medium Downforce’-Strecke, für die wir ein spezielles Aero-Paket entwickelt haben. Neben einem modifizierten Frontflügel umfasst dieses auch einen völlig neuen Heckflügel. Um den Luftwiderstand zu reduzieren, werden wir hier zudem auf einige Zusatzflügel verzichten, auch auf jenen auf der Fahrzeugnase.
Vor allem auf der langen Geraden vor der letzten Schikane kann man gut überholen, wenn die Höchstgeschwindigkeit stimmt. Keine andere Strecke belastet die Bremsen so hoch wie die in Montréal. Dementsprechend verwendet man die größten Bremsbelüftungen sowie Bremsscheiben mit besonders hoher Standfestigkeit.
Genau wie in Monaco gelangen auch in Kanada die weichsten Reifenmischungen zum Einsatz, um beim Herausbeschleunigen aus den langsamen Kurven gute Traktion zu haben. Die Strecke verlangt von den Piloten höchste Konzentration, denn sie bestraft die kleinsten Fahrfehler: An vielen Stellen gibt es Mauern, und neben der Ideallinie ist die Strecke immer extrem verschmutzt.“
|
| Attenzione: si prega di non utilizzare un linguaggio offensivo, eventuali commenti volgari o offensivi saranno rimossi, così come link non giustificati. I commenti sono inseriti dai lettori, che se ne assumono la responsabilità |
|
Non sei registrato? Registrati, è gratis! |
|
|
Commento |
|
