Formel 1
Honda Racing F1 team: Eine Runde in Silverstone mit Alex Wurz
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Testfahrer Alex Wurz nimmt uns mit auf eine Runde um Silverstone, den Austragungsort des Großen Preises von England 2008.
„Da ich eine englische Frau habe, bin ich zu einem bestimmten Teil auch Brite geworden. Ich will nicht sagen, dass Silverstone ein Heimatrennen für mich ist – aber zu einem gewissen Teil doch, und was immer andere Länder auch behaupten mögen, Großbritannien ist und bleibt das Geburtsland des Motorrennsports.
Silverstone ist eine aufregende Rennstrecke – vor allem die erste Hälfe der Strecke, die wirklich schnell ist. Die 1. Kurve wird im siebten Gang durchfahren, und wenn das Wetter gut ist, wird sie mit Vollgas und ohne Bremsen genommen. Es ist eine Kurve für Draufgänger - viel schwieriger als beispielsweise Eau Rouge in Spa.
Dann folgt Becketts, ein aufregender Teil der Strecke. Die Einfahrt ist sehr holperig, und der Wagen muss in der Rechtskurve, die immer rasant genommen werden kann, korrekt positioniert werden. Dann folgt eine sehr schnelle Richtungsänderung in eine Linkskurve, aber der Fuß bleibt immer noch vom Bremspedal. Man schaltet einen Gang runter und verlangsamt dadurch den Wagen, wobei alle vier etwas Räder wegdriften – ein tolles Gefühl! Vor der nächsten Rechtskurve wird erneut heruntergeschaltet, aber immer noch nicht gebremst. Der Wagen untersteuert hier etwas, und als Gegenmaßnahme wird das Gaspedal an der Ausfahrt zur Hangar-Geraden ganz runtergedrückt.
A
m Ende der Hangar-Gerade folgt Stowe, wo das Bremspedal zum ersten Mal in der Runde berührt wird. Man darf nicht vergessen, dass die Bremsen noch kalt sind und etwas anders reagieren als bei anderen Rennen. Beim Bremsen befinden wir uns bereits beim Einlenken in die Kurve. Deshalb ist es schwierig, jemanden auszubremsen, und bei der Kurveneinfahrt übersteuert der Wagen etwas.
Es folgt eine kurze Gerade, und dann kommt Club, wo zum ersten Mal stark abgebremst werden muss. Bei der Einfahrt in die Linkskurve geht es hart über die Streckenbegrenzungen, bevor es in die Rechtskurve geht, die im zweiten Gang begonnen und im fünften Gang wieder verlassen wird. Hier braucht man eine gute Bodenhaftung, was in diesem Jahr besonders schwierig sein wird.
Es folgt das Einbremsen in die Abbey-Kurve, wo es immer sehr glatt ist. Darauf müssen die Fahrer achten und dürfen nicht zu schnell sein. An der Ausfahrt ist es holperig. Im vergangenen Jahr konnten wir uns auf die Antischlupfregelung verlassen und Gas geben – in diesem Jahr geht das leider nicht mehr. Dann kommt Bridge, wo im sechsten Gang Vollgas gegeben wird, bevor es in die Priory-Linkskurve geht, die mit Vorsicht zu genießen ist. Manchmal ist die Reifenhaftung hier fantastisch, und die Kurve lässt sich gut befahren. Einen Tag später ist die Haftung dann plötzlich gleich null!
Dann kommt Brooklands. Wir fahren im 2. Gang, und da sich die Reifenhaftung im Verlauf des Wochenendes verbessert, können wir die Streckenbegrenzungen auf der Innenseite schneller überfahren. Die letzte Kurve ist Luffield, eine im 2. Gang befahrene Rechtskurve. Bei der Einfahrt in die Kurve verhält sich der Wagen immer ziemlich neutral, da man aggressiv bremst. Aber der Asphalt ändert sich, und egal, wie man die Abstimmung auch verändert – in der Kurvenmitte untersteuert der Wagen. Als Abhilfe geben wir Gas und beschleunigen in Richtung Boxengerade.“
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