Formel 1

Renault F1 im Focus: Großer Preis von Europa - 'Wir kommen Schritt für Schritt weiter'

19 agosto 2008

Renault F1 im Focus: Großer Preis von Europa - ''Wir kommen Schritt für Schritt weiter''

Eine neue Strecke für die Formel 1: Auf dem Stadtkurs in Valencia wird am Sonntag zum ersten Mal der Große Preis von Europa ausgetragen. Bei seinem zweiten Heimrennen nach Barcelona geht Renault F1-Pilot Fernando Alonso besonders motiviert an den Start. „Ich möchte allen beweisen”, so der zweifache Weltmeister aus Spanien, „dass ich immer noch der Beste bin.”

Auf den ersten Blick erinnert die 5,473 Kilometer lange Strecke am Hafen an Monte Carlo. Doch im Gegensatz zum Fürstentum an der Cote d’Azur verkörpert sie eine ganz neue Generation von Stadtkurs. Der größte Unterschied: In Valencia fährt man nicht über bestehende Straßen, sondern hat dort extra Straßen gebaut. Eine permanente Rennstrecke mit sehr schnellen Passagen, guten Überhol-möglichkeiten und großen Auslaufzonen – aber eben in der Stadt: ein Konzept für die Zukunft.

Positives Signal

Nach dem guten Ergebnis für Renault F1 auf dem Hungaroring, wo Fernando Alonso vor der Sommerpause Vierter wurde und Nelson Piquet jr. als Sechster wichtige WM-Punkte holte, ist man auch für die Premiere in Valencia zuversichtlich. „Wir haben hart für dieses Ergebnis gekämpft”, sagte Fernando Alonso. „Der Renault R28 funktionierte perfekt, das stimmt mich für den weiteren Saisonverlauf optimistisch. Wir müssen jetzt intensiv daran arbeiten, uns noch weiter zu verbessern.” Die drei WM-Punkte, die er in Ungarn einsammelte, sind auch für Nelson Piquet jr. „ein positives Signal für den weiteren Saisonverlauf.”

Zufrieden mit der Punkteausbeute seiner Piloten war auch Teamchef Flavio Briatore. „Dieses solide Resultat ist eine Motivation für das ganze Team”, sagte er und unterstrich die Bereitschaft der Equipe Jaune, in der zweiten Saisonhälfte den Kampf um Platz vier in der Konstrukteurswertung aufzunehmen. Aktuell liegt man nur vier Punkte zurück. Pat Symonds, der Chefingenieur von Renault F1, stimmte in dieses Lob mit ein: „Das war vielleicht das beste Rennen, das wir in dieser Saison gezeigt haben. Die R28 wurden hart gefordert und auch wir an der Boxenmauer mussten unsere Strategie ständig überprüfen.”

Historische Schallmauer

Die Aufholjagd von Renault F1 ist in vollem Gange, trotzdem ist es nicht einfach, den Rückstand auf die Spitze wettzumachen. „Wir kommen nur Schritt für Schritt weiter”, sagt Fernando Alonso, der den Großen Preis von Europa 2005 auf dem Nürburgring mit Renault gewann und dort auch 2007 siegte. „Ganz egal, ob es um die Aerodynamik, den Motor oder die Reifen geht – wo auch immer deine Probleme liegen, ist es extrem hart, die Lücke zu schließen.”

In Ungarn hat Renault F1 die historische 1.000-Punkte-Schallmauer durchbrochen. Insgesamt hat das Team in seinen Formel 1-Jahren bisher 1.007 Zähler geholt. Allein 399 Punkte und damit rund 40 Prozent gehen auf das Konto von Fernando Alonso. Wie die spanische Sportzeitung „AS” ausrechnete, holte Renault F1 pro Jahr im Schnitt 62,9 Zähler, Ferrari dagegen nur 62,8. Insgesamt brachte Fernando Alonso bisher 15 Siege, 15 Pole Positions, acht schnellste Runden und 37 Podiumsplätze in die Teamstatistik ein.

Gutes Omen

Nelson Piquet jr. ist von so einer eindrucksvollen Bilanz noch ein gutes Stück entfernt. Der Brasilianer wartet noch auf seinen ersten Sieg in der Formel 1, war bei seinem zweiten Platz in Hockenheim aber schon sehr nah dran. Für das Rennen in Valencia ist er guter Dinge, vor allem ein Blick in die Vergangenheit stimmt ihn optimistisch: Als 1983 in Brands Hatch der erste Große Preis von Europa ausgetragen wurde, siegte sein Vater Nelson Piquet. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen.

„In der Formel 1 wird der kleinste Fehler gnadenlos ausgenutzt”, sagt er in Anspielung auf Ungarn, wo er in der ersten Runde zwei Positionen verlor. „Das gehört wohl zu dem Lernprozess, den ich durchmachen muss; und den ich in Valencia fortsetzen will.”



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