Formel 1
Großer Preis von Singapur, Bmw Sauber F1 Team: Vorschau
|
|
Wenn es am Wochenende des 26. bis 28. September Nacht wird in Singapur, geht es rund: Die Formel 1 trägt das erste Nachtrennen der Geschichte aus. Für den 15. von 18 WM-Läufen der Saison 2008 wird ein gut fünf Kilometer langer Stadtkurs in der asiatischen Hafenmetropole unter Flutlicht gesetzt.
Kunstlicht ist ein beherrschendes Thema im Vorfeld des Großen Preises von Singapur, und so ist die Illumination der deutschen Künstler Friedrich Förster und Sabine Weißinger, besser bekannt als „Casa Magica“, überaus passend. Credit Suisse präsentiert auf der Fassade des Meritus Marina Hotels Impressionen der Partnerschaft und Parallelen zwischen der Arbeit des renommierten Schweizer Finanzinstituts und dem BMW Sauber F1 Team. Die Projektion erstrahlt vom 25. bis zum 28. September von Sonnenuntergang bis Mitternacht.
Für die technische Vorbereitung auf den neuen Stadtkurs spielt die Austragung bei Nacht indes praktisch keine Rolle. Das BMW Sauber F1 Team hat sich für seinen 50. Grand Prix mittels seiner Simulationswerkzeuge genauso vorbereitet wie erst kürzlich auf den neuen Stadtkurs von Valencia. Auf Basis der Streckendaten wurde die voraussichtliche Ideallinie errechnet. In verschiedenen Fahrzeugkonfigurationen wurden Rundenzeiten simuliert. Für die mechanische Abstimmung wurden die Gewichtsverteilung sowie die Feder- und Dämpferkennung bestimmt. Anhand der errechneten Geschwindigkeiten hat das Team die Getriebeübersetzung festgelegt und unter Berücksichtigung von Abtriebsniveau und Streckencharakteristik den Belastungsgrad der Bremsen ermittelt, um das Material und die erforderliche Bremsbelüftung zu definieren. Bis zum ersten Fahreinsatz ungeklärt bleibt zwangsläufig die Frage nach dem Grip der Asphaltoberfläche und dem Reifenverschleiß.
Einfach zu ignorieren, ob es gerade hell oder dunkel ist, empfiehlt sich für den Biorhythmus des gesamten aus Europa anreisenden Formel-1-Trosses. Gefrühstückt wird dann, wenn in Singapur das Mittagessen schon vorbei ist, gefahren wird am Abend, gearbeitet bis in die frühen Morgenstunden.
Nick Heidfeld:
„Alle sind extrem gespannt auf den Großen Preis von Singapur. Erstens, weil wir es mit einer neuen Rennstrecke zu tun haben, zweitens, weil es ein Stadtkurs ist, und drittens natürlich, weil wir nachts fahren werden. Mit dem Flutlicht soll es zwar taghell sein, aber wie die Lichtbedingungen im Formel-1-Tempo wirken, das hat eben einfach noch keiner ausprobiert. Ich hätte es begrüßt, wenn es eine Testchance gegeben hätte, zumal im Regen. Regen in Kombination mit dem Kunstlicht ist für mich die größte Unbekannte bei diesem Rennen. Das Klima dürfte ähnlich sein wie nebenan in Kuala Lumpur, und da regnet es erfahrungsgemäß häufig, vor allem am frühen Abend.
Die Idee, ein Nachtrennen zu veranstalten, finde ich prinzipiell super. Ich bin eher Nachtmensch, gehe gern spät schlafen und stehe ungern früh auf. Von daher wird mir der Rhythmus dieses Rennwochenendes entgegenkommen. Man muss sich darauf einstellen. Es ist wichtig, zur richtigen Zeit zu essen und zu schlafen, um topfit zu sein, wenn man gefordert ist. Wir werden vermutlich nicht allzu viel Freizeit haben, aber da das Rennen mitten in der Stadt ausgetragen wird, werden wir schon einiges mitbekommen und die Atmosphäre spüren. Ich war noch nie in Singapur, wenn man von Aufenthalten am Flughafen einmal absieht, und erwarte eine pulsierende und interessante asiatische Metropole.“
Robert Kubica:
„Ich freue mich auf Singapur, denn das Rennen wird der zweite neue Grand Prix der Saison. Es ist immer interessant, auf neuen Strecken zu fahren, und ich bin unheimlich gespannt. Darüber hinaus bin ich extrem froh, auf einem weiteren Stadtkurs zu fahren, denn ich bin ein großer Fan von Stadtkursen. Viele Menschen finden es interessant, dass das Rennen ein Nachtrennen ist. Aus der Fahrerperspektive jedoch erwarte ich keinen großen Unterschied, ob wir nun nachts oder tagsüber fahren. Die Wetterbedingungen und die damit verbundene Lichtsituation werfen noch einige Fragen auf. Ich bin jedoch sicher, dass die FIA alles dafür getan hat, um das Rennen sicher zu machen.“
Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
„Singapur ist in dieser Saison nach Valencia die zweite Unbekannte im Kalender. Beides sind Stadtrennen, doch in Singapur wird darüber hinaus noch bei Nacht gefahren. Und das in einer Metropole Asiens vor großer Kulisse. Dies wird für zusätzliche Attraktivität und Spannung sorgen. Man braucht sich nur die spezielle Atmosphäre eines Fußballspiels unter Flutlicht anzusehen: Die Umgebung tritt in den Hintergrund, das eigentliche Geschehen rückt ins Zentrum. Die Premiere in Singapur wird nach meiner Erwartung der Saison-Höhepunkt.
Bei einem Treffen der Teammanager in Singapur wurde die Strecke besichtigt und die Beleuchtungsanlage vorgeführt. Der Eindruck: Es wird zwar bei Nacht gefahren, doch es wird taghell sein. Offen ist allein die Frage, ob bei Regen Lichtreflektionen von der nassen Fahrbahn ausgehen. Das werden auch wir erst wissen, wenn der Fall eintritt.
Wir freuen uns sehr auf ein weiteres Rennen in einer boomenden Region. Die Vielfalt von Rennstrecken, auf denen die Königsklasse in diesem Jahr im Einsatz ist, halte ich für richtig und sinnvoll - und vor allem für sehr attraktiv für die Zuschauer. Das Gesamtpaket ist die wohl spektakulärste Streckenmischung, die es in der Formel 1 je gab.
Nick und Robert haben zuletzt beim Doppelpack in Spa und Monza nicht nur unser diesjähriges Konto auf zehn Podestplätze aufgestockt, sondern wir haben auch 21 Punkte gesammelt – so viele wie kein anderes Team. Diesem guten Abschneiden bei den beiden letzten Europa-Rennen des Jahres wollen wir ein starkes Saisonfinale folgen lassen.“
Willy Rampf, Technischer Direktor:
„Aus Sicht der Zuschauer wird der Große Preis von Singapur, das erste Nachtrennen in der Geschichte der Formel 1, ein Highlight im Wortsinne. Die Strecke hat zahlreiche 90-Grad-Kurven im Geschwindigkeitsbereich um 100 km/h, weshalb die Traktion oberste Priorität genießt. Das Abtriebsniveau ist hoch, vergleichbar mit jenem in Monaco. Die größte Unbekannte ist derzeit noch der Fahrbahnbelag. Einen nicht zu unterschätzenden Einfluss wird die fehlende Sonneneinstrahlung haben, werden doch die Asphalttemperaturen niedriger sein als bei anderen Rennen in diesen Breiten. Das gilt es bei der Abstimmung der Autos zu berücksichtigen.
Weil die Strecke für alle neu ist, werden wir uns ganz auf unsere Simulation verlassen, die sich in der Vergangenheit sehr gut bewährt hat. Die ungewöhnlichen Arbeitszeiten werden allen Beteiligten bestimmt einiges abverlangen und zugleich eine interessante Erfahrung. Wir haben in Jerez einige neue Aerodynamik-Teile getestet, die wir in Singapur einsetzen werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere positive Serie der vergangenen Rennen fortsetzen können und freue mich auf diese neue Herausforderung.“
|
| Attenzione: si prega di non utilizzare un linguaggio offensivo, eventuali commenti volgari o offensivi saranno rimossi, così come link non giustificati. I commenti sono inseriti dai lettori, che se ne assumono la responsabilità |
|
Non sei registrato? Registrati, è gratis! |
|
|
Commento |
|
