In der heißen Phase der Motorsport-Saison 2008 hat Audi am vergangenen Wochenende seinen "Vorsprung durch Technik" mit zwei Siegen im Zeichen von "Le Mans" in der DTM und der American Le Mans-Serie erneut untermauert. Damit hat die Motorsport-Mannschaft unter der Leitung von Dr. Wolfgang Ullrich die Chance, im Jahr des umfangreichsten Motorsport-Programms der Geschichte des Unternehmens eine historisch herausragende Sport-Erfolgsbilanz zu erreichen.
Sonntag, 5. Oktober 2008, 15:13 Uhr: Audi erringt an einem Wochenende zwei Siege, die mit dem magischen Namen Le Mans zusammenhängen. Audi Werkspilot Mattias Ekström überquert in Frankreich auf dem "Circuit Bugatti" im A4 DTM beim zehnten Rennen der DTM die Ziellinie mit 4,25 Sekunden Vorsprung als Erster. Bereits am Tag zuvor gelingt Dindo Capello/Allan McNish/Emanuele Pirro im Audi R10 TDI beim "Petit Le Mans"-Rennen in Road Atlanta im US-Bundesstaat Georgia nach einer bemerkenswerten Aufholjagd der Sieg vor Konkurrent Peugeot.
Parallelität der Ereignisse: In beiden Fällen gewinnt Audi im Zeichen von "Le Mans", in beiden Fällen wird jeweils der wichtigste Gegner im direkten Kampf besiegt – der Tabellenzweite Paul di Resta im Mercedes in der DTM, Peugeot in der ALMS. Und in beiden Fällen beträgt der Vorsprung jeweils knapp über vier Sekunden. Mehr noch: In den USA feiert der Audi R10 TDI mit dem dritten Sieg in Folge den Hattrick beim "Petit Le Mans"-Rennen, nachdem der Sportwagen im Juni bereits den Hattrick bei den 24 Stunden von Le Mans erreicht hat. Und Mattias Ekström festigt mit seinem 13. DTM-Einzelsieg in Le Mans seine Position als erfolgreichster Audi DTM-Pilot aller Zeiten. Es ist der dritte Einzelsieg des Vorjahresmeisters in der Saison 2008. Kein anderer Fahrer ist dieses Jahr so erfolgreich, dieser Wert kann beim Finale durch andere Piloten allenfalls egalisiert werden.
Vorsprung durch Technik: Der neu konstruierte Audi A4 DTM (interner Projektname "R14") ist in seinem Debüt-Jahr bislang das erfolgreichste Auto der Saison. Fünf von zehn möglichen Siegen, 16 Podiumsplätze und sieben Pole Positions bedeuten schon jetzt, dass Audi seine erfolgreichste Saison in der neuen DTM seit dem Einstieg 2004 erlebt – bei einem noch ausstehenden Rennen in Hockenheim, das die Chance auf weitere Bestleistungen eröffnet.
Erstmals hält Audi damit in der neuen DTM die Möglichkeit auf eine erfolgreiche Titelverteidigung bis zum Finale offen. Grundlage dafür: eine ebenfalls besondere Leistung von Timo Scheider. Der 29 Jahre alte Audi Werkspilot, der 2006 verpflichtet wurde und im Vorjahr erstmals in ein aktuelles Auto aufgestiegen ist, erreicht vor dem Finale eine stolze Zwischenbilanz. Nachdem Audi beim Auftakt in Hockenheim einen Dreifach-Sieg unter der Führung von Mattias Ekström erzielt, übernimmt Scheider beim zweiten Lauf in Oschersleben mit seinem ersten DTM-Triumph die Spitze – und gibt sie bis zum Finale nicht wieder ab. Kein anderer Fahrer lag in den vergangenen fünf Jahren so lange ununterbrochen an der Spitze der DTM-Tabelle. Zuvor behauptete sich nur Laurent Aiello 2002 von Anfang bis Ende ganz vorn – und wurde Meister im Abt-Audi TT-R.
Die Chancen, dass Audi in Hockenheim erfolgreich sein wird, stehen statistisch gut: Der Audi A4 DTM hat zwei der vergangenen drei Rennen auf dem badischen Kurs gewonnen – jeweils die Auftaktveranstaltung 2007 und 2008. Beim Finale 2007 errang Audi dort den Titel.
Die mathematische Ausgangs-Konstellation ist dabei durchaus vergleichbar: Mattias Ekström reiste vor Jahresfrist mit zwei Punkten Vorsprung vor Mercedes-Pilot Bruno Spengler nach Hockenheim – und gewann seinen zweiten DTM-Titel. Auch Timo Scheider kommt mit zwei Punkten Vorsprung zum Finale – er liegt vor Mercedes-Fahrer Paul di Resta. Das Finale erlebten vor zwölf Monaten 152.000 Zuschauer – ein neuer Rekord in der DTM.
Sollte Timo Scheider nur sechs Monate nach seinem ersten DTM-Laufsieg den fünften Titel für Audi (nach Hans-Joachim Stuck 1990, Frank Biela 1991, Laurent Aiello 2002 sowie Mattias Ekström 2004 und 2007) sichern, wäre eine weitere Bestmarke erreicht. Die Mannschaft von Dr. Wolfgang Ullrich, der seit 15 Jahren Audi Motorsportchef ist, hat im bislang umfassendsten werksseitigen Motorsport-Engagement drei ihrer vier großen Ziele erreicht: Den Gewinn der LM P1-Wertung in der American Le Mans-Serie mit Marco Werner/Lucas Luhr, den Gewinn der europäischen Le Mans-Serie mit Alexandre Prémat/Mike Rockenfeller sowie den Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans mit Tom Kristensen/Dindo Capello/Allan McNish – jeweils mit dem Diesel-Sportwagen Audi R10 TDI. In der DTM führt Audi die Tabelle seit Saisonbeginn an. Hoffnungsvolle Voraussetzungen für ein historisches Finale in Hockenheim.