Der neue Fiat Ducato: Erbe eines Erfolgsmodells

Der Ducato ist seit jeher von Erfolg gekrönt. Er findet Zuspruch bei den Profis aus den Branchen Handwerk, Handel, Bauwesen, Landwirtschaft, Instandhaltung und Service. Aber er findet auch Zuspruch bei Großunternehmen und Sonderkunden (lokale Behörden, Ordnungskräfte, öffentliche Verwaltung, Gesundheitsämter etc.) sowie bei den Aufbauspezialisten für Reisemobile (Alkoven, teilintegriert und integriert), für den Personensondertransport (Kleinbus, Schulbus, Krankenwagen und Behindertentransportwagen) und für den Warentransport (Kofferaufbauten, Kühlfahrzeuge, gepanzerte Geldtransporter und Verkaufsfahrzeuge).



Zu den Kaufmotivationen zählen rationale und funktionale Faktoren wie bisherige Erfahrungen mit der Marke und dem Modell, Preis, Abmessungen, Ladekapazität, Ladekomfort, Fahrleistungen, Zuverlässigkeit, Qualität sowie Effizienz des Vertriebs- und Servicenetzes. Zu diesen fügen sich weitere Auswahlkriterien mit einer größeren emotionalen Komponente wie Fahrverhalten, Komfort, Handling, Performances und Ausstattungsniveau. Und genau in der Vielseitigkeit, die der Ducato in der Vergangenheit unter Beweis gestellt hat, liegen die Gründe für seinen Erfolg. Sie bildet zugleich den Maßstab für die zahlreichen Neuheiten, die der neue Ducato in das Segment einbringt.


Fiat Ducato: Eine Erfolgsgeschichte

Die außerordentliche Vielseitigkeit des Ducato erblickte im Jahr 1981 mit der ersten Serie das Licht der Welt und war bis zum Jahr 1994, das mit der Markteinführung der zweiten Generation einen Wendepunkt setzte, von einem stetigen Wachstum gekennzeichnet.


Der Wendepunkt wurde von einem neuen Gedankenansatz bestimmt: Die Designer hatten einerseits nicht mehr nur ein einziges Basismodell mit zahlreichen Ausstattungsvarianten vor Augen, sondern eine Vielzahl an Spezialfahrzeugen für unterschiedliche Nutzlastklassen und Arbeitsaufgaben. Andererseits gelang es den Entwicklern unter Anwendung von fortschrittlichsten technischen und technologischen Kriterien, die auf dem Modularitätsprinzip beruhen, ganze fünfhundert Varianten des Fiat Ducato zu realisieren (die aus den zahlreichen Kombinationen zwischen Karosserie-, Mechanik- und Motorversionen entstehen).

Die Kunden bestätigten auf Anhieb die Richtigkeit dieses Ansatzes, so dass Absatzvolumen und Marktanteile bereits im ersten Jahr sämtliche Erwartungen übertrafen. Und die Fachpresse erkannte den Innovationsgehalt des neuen Modells mit der Verleihung des Titels „Van of the Year 1994“ an.

Ein weiterer Trumpf, den der Fiat Ducato in den vergangenen Jahren ausspielte, ist seine Vitalität. Sie geht aus dem konstanten Engagement hervor, das Fiat der Entwicklung der Fahrzeugtechnik und der ständigen Aktualisierung der Modellreihe – sowohl in Hinsicht auf die Karosserietypologien als auch auf die Motoren und Ausstattungen – widmet. So debütierte im Jahr 1997 das Sofim Triebwerk 2.8 i.d. TD (122 PS Leistungsmaximum, 285 Nm maximales Drehmoment) als natürliche Weiterentwicklung seines Vorgängers 2.5 TDI. Und es entstanden zwei neue Versionen des Fiat Ducato: Panorama und Kombi mit mittlerem Radstand und hoher Flanke, die eine größere Geräumigkeit für die Insassen, mehr Komfort und mehr Platz für Gepäck bieten. Für die Fahrgestelle werden spezifische Optionals und Versionsvarianten eingeführt, um den Aufbauherstellern bei ihrer Arbeit entgegenzukommen.

Die Operation wurde im Jahr 2000 erfolgreich wiederholt, und zwar mit dem Debüt des Fiat Ducato 2.8 JTD „Common Rail“ mit 127 PS maximaler Leistung und 300 Nm maximalem Drehmoment (die meistverkaufte Version der Modellreihe). Im Jahr 2002 schlug die Geburtsstunde der dritten Fiat Ducato Generation, deren großer Pluspunkt eine Vielzahl an Pluspunkten wie Flexibilität, Innovation, Dynamik, attraktives Design und Alltagstauglichkeit, war. Ebenfalls im Jahr 2002 debütierten auch die Bipower-Versionen – mit zwei Kraftstoffversorgungssträngen für Erdgas und Benzin – und zwei Jahre später der drehfreudige „Common Rail“-Turbodiesel 2.8 JTD POWER mit Turbolader mit variabler Geometrie und Ladeluftkühler, der ein Leistungsmaximum von 146 PS und ein Drehmomentmaximum von 310 Nm entfaltet (gegenüber den 127 PS und den 300 Nm des 2.8 JTD mit Turbolader mit variabler Geometrie).
Nun rüstet sich der neue Fiat Ducato, dieses Erbe anzutreten und zu einem der beliebtesten und meistverkauften Nutzfahrzeuge in Europa zu werden.


Die Geschichte der Partnerschaft zwischen der Fiat Gruppe und PSA Peugeot Citroën

Seit 1978, Jahr der Gründung von Sevel (Società Europea Veicoli Leggeri) in Atessa (CH), konzentriert die Kooperation zwischen der Fiat Gruppe und der PSA Peugeot Citroën Gruppe ein großes Know-how in punkto Technik und Fertigung, die ihr in der europäischen Landschaft der Leichttransporter eine Spitzenposition einräumt.
Im Jahr 1981 nahm das Werk in Val di Sangro seine Tätigkeit mit einer Tagesproduktion von 350 Fahrzeugen auf. Der Standort wurde in der Folge für die Fertigung eines breiteren Produktionsspektrums bis auf die heutige Tageskapazität von über 900 Fahrzeugen erweitert (Ducato für Fiat sowie Peugeot Boxer und Citroën Jumper für PSA), die bei Markteinführung der neuen Fahrzeugfamilie um mehr als 10 % steigen wird. Am 15. Dezember 2005 wurde die Rekordzahl von drei Millionen produzierten Fahrzeugen erreicht, die alle zusammen eine Kolonne mit einer Länge von 15.000 km ergeben würden, was ungefähr der Entfernung zwischen Val di Sangro und Sydney entspricht.

Die Kooperation zwischen den beiden Gruppen, die von einem großen Verkaufserfolg gekrönt ist und im Jahr 2002 bis auf 2017 verlängert wurde, hat sich im Verlauf der Jahre gefestigt und deckt heute die Bedürfnisse der Nutzfahrzeugkunden nahezu vollständig ab.
Mit der Fortsetzung dieser fruchtbaren Zusammenarbeit können die Partner wichtige Synergien in der Entwicklung und Produktion des neuen X250 (dieser Code bezeichnet die neuen Generationen der Modelle Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroën Jumper) ausbilden, der im Sevel Werk in Val di Sangro hergestellt wird, wo die Jahresproduktion bis zu 260.000 Einheiten reichen kann. Aus diesem Grund wurden mehr als 1,1 Mrd. Euro investiert, davon 700 Mio. Euro für die Entwicklung des neuen Produktes und die Ausrüstung der Lieferanten. Die restlichen 400 Mio. Euro galten der Erweiterung der Gebäude für den Karosseriebau und die Montage, neuen Maschinen für die Produktion, einem neuen Warenumschlagplatz und einer neuen hochmodernen Lackierabteilung.
Die Gesellschaftsanteile beider Partner sind paritätisch und das Management der Produktionsstätte ist Fiat Auto anvertraut.


Sevel: Die Rekordfabrik

Das Sevel Werk (Società Europea Veicoli Leggeri) in Val di Sangro ist die größte Produktionsstätte für leichte Nutzfahrzeuge in Europa. Das Werk, das 1981 aus dem paritätischen Joint-Venture zwischen Fiat und PSA Peugeot Citroën hervorging, befindet sich zwischen den Gemeinden Atessa und Paglieta in der Provinz Chieti. Es nimmt ein Gelände von mehr als 1.200.000 m2 (120 ha) ein, von denen 344.000 m2 (34 ha) bebaut sind, und ist für den gesamten Produktionszyklus ausgestattet, beginnend beim Karosseriebau über die Lackierung bis hin zur Montage.
Das Werk beschäftigt derzeit 5.200 Mitarbeiter (davon mehr als 95 % mit Wohnsitz im Verwaltungsbezirk Abruzzen). Durch seine Werktore fahren täglich 250 Lastschlepper hinein und 200 Autotransporter und vier Güterzüge mit den produzierten Fahrzeugen hinaus. Im Karosseriebau werden ungefähr dreihundert verschiedene Karosserien gebaut, in der Lackiererei 122 Farben verwendet und in der Montage mehr als 6.000 Versionen und mehr als 150 Optionals produziert. Diese unglaublichen Zahlen finden in den unterschiedlichsten Bedürfnissen des Gewerbes und der Fuhrparks ihre Berechtigung, denen das Produkt von Sevel gerecht wird. Eine der zahlreichen Stärken von Sevel ist daher auch wirklich das Management einer großen Produktvielfalt. In Bestätigung der positiven Marktresonanz auf das Fahrzeug fanden im Verlauf des 25-jährigen Bestehens des Modells keinerlei Produktionsunterbrechungen statt, sondern ließen sich im Gegenteil ein konstanter Produktions-, Beschäftigten- und Investitionszuwachs verzeichnen. Überdies wird die Anlage den höchsten Qualitäts- und Umweltschutzstandards gerecht, was die Zertifizierung des Qualitätsmanagements nach ISO 9001 (Vision 2000) und die Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001 belegen.
Von größtem Interesse ist die neue Lackieranlage von Sevel, die in punkto Technologie und Umweltschutz zu den modernsten Anlagen in ganz Europa zählt (was zum Beispiel der Auftrag von wasserbasierten Lackfarben belegt). Im Gebäude der Lackiererei – mit einer Länge von ungefähr 330 Metern und einer Breite von 60 Metern – arbeiten pro Schicht 150 Personen und kommen 23 Roboter für den Auftrag des Versiegelungsmittels und der Lackfarbe zum Einsatz. Weiterhin sind Kataphoresebäder sowie Trocken- und Brennöfen vorhanden, die durchweg automatisiert sind. Die Beschäftigten haben lediglich die Aufgabe der Prozessüberwachung und Produktkontrolle. Auch die Vorbereitung der Lackierflächen ist zum Teil automatisiert. Hierfür sorgen Rollen mit Emufedern, die sich während des Reibungskontaktes nicht statisch aufladen.
Im Unterschied zur Pkw-Fertigung werden die Karosserien der Nutzfahrzeuge auch innenseitig lackiert, weil die Flächen der Versionen für den Gütertransport sichtbar sind. Deshalb müssen für jeden neuen Ducato ungefähr 65 Quadratmeter Blech bedeckt werden, wofür zehn Kilogramm Lackfarbe und 137 Meter Versiegelungsmaterial erforderlich sind. Sein Jahresverbrauch beträgt 25 Millionen Meter, was dem Vierfachen des Erdradius entspricht.
Dank der leistungsfähigen Luftaustauschanlage und der Fahrzeugtransportlinien mit geräuscharmen Gummiriemen bietet die neue Lackieranlage eine gut belüftete, helle und leise Arbeitsumgebung.


Der Nutzfahrzeugmarkt

Im letzten Jahrzehnt verbuchte der europäische Markt für leichte Nutzfahrzeuge ein Wachstum von rund 1,3 Millionen Einheiten im Jahr 1995 bis auf mehr als zwei Millionen Einheiten im Jahr 2005. Die Zahlen belegen, dass der Fiat Ducato noch heute bei den europäischen Kunden an der Spitze steht (rund 100.000 abgesetzte Exemplare im Jahr 2005) und in Italien die Nummer Eins ist, wo er im Vorjahr ungefähr 35.000 Auslieferungen und einen Marktanteil von mehr als 37 % verzeichnete. Aber damit hat es noch nicht sein Bewenden. In der Reisemobilbranche belegte Fiat in den vergangenen Jahren in Europa die Führungsposition. Zwei Drittel aller Reisemobile basieren auf einem Ducato Fahrgestell. In Deutschland erreichte der Ducato in dieser Branche im Jahr 2004 sogar mehr als 72 Prozent. Zu verdanken ist das den technischen Merkmalen eines Fahrzeuges, das auch für eine einfache Weiterverarbeitung durch die Aufbauhersteller konzipiert ist.

Diese wichtigen Daten haben zur Eroberung der Führungsposition der Marke Fiat Transporter auf dem italienischen Markt beigetragen. Im Jahr 2005 wurden 87.350 Fahrzeuge ausgeliefert und stieg der Marktanteil auf mehr als 40 Prozent (in Europa betrug er 10,7 Prozent). Das Verdienst dafür geht an die ausgezeichneten Performances der bedeutendsten Modelle (Punto Van, Doblò Cargo, Scudo und Ducato), die in den einzelnen Marktsegmenten unter den Absatzzahlen an oberster Stelle rangieren, was Zeugnis über die Vielfalt des Angebotes, das hohe Qualitätsniveau und die Erfüllung der Kundenerfordernisse ablegt.

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