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Die Technik der neuen Mercedes-Benz CL-Klasse: Active Body Control

05 settembre 2006

Mit dem aktiven Fahrwerk Active Body Control (ABC) bietet die neue Mercedes-Benz CL-Klasse einen Meilenstein der modernen Fahrwerkstechnik serienmäßig. Das System, das die Federung binnen Sekundenbruchteilen der jeweiligen Fahrsituation anpasst, haben die Mercedes-Ingenieure nochmals weiterentwickelt. Es ist jetzt noch leistungsfähiger und ermöglicht ein weiteres Plus an Fahrdynamik bei gleichzeitig hohem Komfort.

Durch Active Body Control (ABC) ordnete Mercedes-Benz im Jahre 1999 das Alphabet der Fahrwerkstechnik neu. Das innovative System, das damals nach 20-jähriger Forschung und Entwicklung im Vorgängermodell der CL-Klasse erstmals in Serie ging, beantwortet die traditionelle Gretchenfrage bei der Abstimmung eines Pkw-Fahrwerks: Soll man die von der Straße verursachten Schwingungen der Räder durch sportlich-straff eingestellte Stoßdämpfer gering halten oder soll man die Dämpfung zum Nachteil von Fahrsicherheit und Fahrdynamik möglichst komfortabelweich auslegen?

Dank Active Body Control stellt sich dieser Zielkonflikt nicht mehr: Die Fahrwerkseinstellung wird automatisch der jeweiligen Fahrsituation angepasst. Hoher Komfort wird bei hoher Fahrdynamik erreicht - oder umgekehrt.

Dazu sind die vier Federbeine mit so genannten Plunger-Zylindern ausgestattet, die von Mikroprozessoren gesteuert werden und die Hub-, Wank- und Nickbewegungen der Karosserie fast vollständig kompensieren. Der Computer erhält von den verschiedenen Beschleunigungssensoren Informationen über die jeweilige Fahrsituation und vergleicht sie mit den Daten der Drucksensoren in den Federbeinen und den Niveausensoren an den Achslenkern. Daraufhin berechnet das ABC-System die Steuersignale, die servohydraulische Ventile an Vorder- und Hinterachse in genau dosierte Ölströme umsetzen. Strömt das Öl in die Plunger-Zylinder, verstellen sie die Fußpunkte der in die Federbeine integrierten Stahlfedern und erzeugen auf diese Weise die notwendigen Federbeinkräfte, um den Karosseriebewegungen entgegenzuwirken.

Unter Druck: Stabilisierung des Aufbaus binnen Sekundenbruchteilen

Durch den ständig verfügbaren Hydraulikdruck von bis zu 200 bar ist ABC in der Lage, den Aufbau spontan - im Bruchteil von Sekunden - zu stabilisieren. Dabei arbeitet das System im Schwingungsbereich bis zu fünf Hertz, der sich auf unebenen Fahrbahnen durch Hub- und Wankbewegungen, bei einer Kurvenfahrt durch Seitenneigung oder beim Bremsen durch das typische Nicken der Karosserie bemerkbar macht. Für die höherfrequenten Schwingungen und zur Raddämpfung sind passive Zweirohr-Gasdruckstoßdämpfer zuständig, die komfortabel abgestimmt werden können.

Für die neue CL-Klasse hat Mercedes-Benz das aktive ABC-Fahrwerk weiterentwickelt und nochmals verbessert. Jedes Bauteil wurde überarbeitet. So haben die Fachleute jetzt verschiedene Komponenten räumlich zusammengefasst, um die Regelfunktionen durch kürzere Leitungsverbindungen zu verbessern und den Platzbedarf des Systems zu verringern.

Bei schneller Kurvenfahrt: Wankneigung um bis zu 45 Prozent geringer

Der wesentliche Pluspunkt des Active Body Control der zweiten Generation ist jedoch seine noch größere Leistungsfähigkeit bei der situationsgerechten Verringerung von Karosseriebewegungen. Dadurch stößt das Mercedes-Coupé in neue Dimensionen der Fahrdynamik vor und bietet gleichzeitig ein ebenso spürbares Komfort-Plus. So verringert sich der Wankwinkel der Karosserie bei einem dynamischen Fahrmanöver um mehr als 45 Prozent - von bisher 2,2 auf 1,2 Grad. Bei schneller Kurvenfahrt - beispielsweise in einer Autobahnausfahrt - reduziert das ABC-Fahrwerk der zweiten Generation den Wankwinkel auf nur noch 0,7 Grad.

Weitere Besonderheiten des Active Body Control sind die variable Wankmomentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, die das System je nach Fahrgeschwindigkeit automatisch vornimmt. Außerdem erfolgt eine Beladungsadaption: Anhand der Plungerwege und der Federwege berechnet der ABC-Computer das tatsächliche Fahrzeuggewicht und berücksichtigt diesen Wert für die aktive Fahrwerksregelung.

Auf Knopfdruck: Individuelle Fahrwerks- und Getriebe-Charakteristik

Darüber hinaus bietet die neue CL-Klasse einen „S/C/M“–Taster in der Mittelkonsole, mit dessen Hilfe der Autofahrer die Gesamtcharakteristik des Coupés von „komfortabel“ auf „sportlich“ verändern kann:

  • Comfort: Das Automatikgetriebe wechselt die Fahrstufen bei niedrigen Motordrehzahlen, das CL-Coupé fährt in dieser Schalterposition im zweiten Gang an. Das ABC-Fahrwerk arbeitet im Komfort-Modus, Fahrbahnunebenheiten und Bodenwellen werden komfortabel bedämpft.
  • Sport: Das Automatikgetriebe nutzt beim Gangwechsel den Drehzahlbereich der Motoren aus. Auch das ABC-Fahrwerk arbeitet im Sport-Modus: Fahrbahnunebenheiten und Bodenwellen werden nun straffer bedämpft. Gleichzeitig wird die Kennlinie des Fahrpedals verändert, sodass der Motor spontaner auf das Gasgeben des Autofahrers reagiert.
  • Manual: Das Automatikgetriebe lässt sich manuell per Tastendruck am Lenkrad bedienen und die Schaltzeiten verkürzen sich gegenüber dem Sport-Modus nochmals deutlich. Die Fahrwerkseinstellung des Active Body Control entspricht dem Sport-Modus, ebenso die Kennlinie des Fahrpedals.
Ist die CL-Klasse auf schlechten Straßen unterwegs, die eine größere Bodenfreiheit erfordern, kann der Autofahrer die Karosserie durch Tastendruck um 45 Millimeter anheben. Bei schneller Fahrt senkt ABC die Karosserie im Sport-Modus automatisch um bis zu zehn Millimeter ab, um den Luftwiderstand zu verringern und den Kraftstoffverbrauch zu senken.


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